Ikonen des Motorradfilms

Die Reise des jungen Che

Die Reise des jungen Che ist ein semi-biografischer Film, der auf den umfangreichen Reisenotizen von Che Ernesto Guevara und seines Freundes Alberto Granado basiert,

Der Film erzählt die berühmte Reise von Che und Granado durch Südamerika im Jahre 1952, die Guevara durch seine Beobachtungen des Lebens verarmter indogener Bauern für immer verwandelt.

Durch die Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnen, lernen sie über die tief liegenden sozialen Ungerechtigkeiten, denen die Armen gegenüberstehen, und sie erfahren andere Lebenssituationen als die der Oberschicht in Argentinien, der sie angehören. Ihre Reise zeigt Guevara und Granado ein wahres Bild von Lateinamerika, erzählt von der Identität eines Volkes und ändert den Lauf ihres Lebens für immer.

In Peru angekommen arbeiten Che und Granado schließlich drei Wochen lang als Freiwillige in einer Leprakolonie in San Pablo. Dort erkennt Che die Teilung von Gesellschaft zwischen den arbeitenden Massen und der leitenden Herrschaft, sowohl physisch als auch metaphorisch, denn die Ärzte leben auf der Nordseite des Flusses, getrennt von den aussätzigen Kranken, die im Süden leben. Guevara weigert sich daraufhin auch, Gummihandschuhe während seiner Untersuchungen zu tragen. Stattdessen besteht er darauf, den verängstigten Leprakranken die Hand zu geben.

In der wichtigsten Szene nach seinem Aufenthalt in der Leprakolonie beweist Che seine neu geborenen egalitären Ansichten während seiner Geburtstagsrede, die wiederum seine erste politische Rede ist. Sie begründet eine lateinamerikanische Identität, die über die Grenzen von Nation und Rasse hinausgeht. Diese Begegnungen mit sozialer Ungerechtigkeit verändert die Art, wie Guevara die Welt sieht und wird als seine spätere Motivation impliziert, seine politischen Aktivitäten als Revolutionär aufzunehmen.

Guevara macht seine symbolische letzte Reise dieser Umwandlung in dieser Nacht, als er trotz seiner Lungenerkrankung beschließt, durch den grenzsymbolisierenden Fluss zu schwimmen, um eine Nacht mit den Aussätzigen zu verbringen, statt in den angenehmen Häusern der Ärzte. Diese Überquerung symbolisiert Guevaras Ablehnung des Privilegs, mit dem er geboren wurde, und den Weg, den er später in seinem Leben als Guerillakämpfer einschlagen wird. Es muss gesagt werden:

Che Guevaras Taten später im Leben sind heute zu recht umstritten, denn er brachte nicht nur eine Revolution in sein Land sondern auch viel Leid über Menschen. Dennoch zeigt dieser Film ehrlich wie er zum Idealisten wurde, unabhängig seines späteren Weges – und all das durch eine Reise auf dem Motorrad.